Europa: ein neues Zeitalter beginnt …

… während alte, dunkle Mächte aus der Vergangenheit hervortreten. Wie Europa zur Zeit von Niccolo Viviani und Lord Byron tatsächlich aussah, seht Ihr auf dieser Karte:

Grand Tour Das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Irland Frankreich Deutschland Italien Spanien Das Osmanische Reich Schweiz

Europa
In den Jahren, die auf die Amerikanische und Französische Revolutionen, die Napoléonischen Kriege und all die damit einher gehenden Umwälzungen folgten, versuchten die europäischen Mächte, progressive, liberale Tendenzen zu unterdrücken, und einen Status Quo zu errichten, der ihrem Bild eines Europas entsprach. Gegen die Veränderungen stemmten sich konservative Kräfte, deren Ziel es war, den Zustand vor der Revolution wieder herzustellen, und dabei ein Gleichgewicht der Kräfte innerhalb Europas zu erreichen, das weitere Kriege verhindern sollte. Auf dem Wiener Kongress versammelten sich von 1814 bis 1815 die Gesandten der Nationen, um Europa neu zu gestalten. Die daraus entstehende Ordnung trug bereits den Keim des eigenen Untergangs in sich, hatte jedoch innerhalb eines kriegsmüden und ausgebluteten Europas einige Jahrzehnte Bestand.

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Das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Irland
Seit der Französischen Revolution hatte Großbritannien in einem praktisch durchgehenden Krieg gelegen, und durch seine Kontrolle der Meere die eigenen Lande und Kolonien beschützt. Siegreich aus den Jahrzehnten des Krieges hervorgegangen, war der britischen Regierung vor allem daran gelegen, Europa so zu gestalten, dass ein Gleichgewicht der Kräfte seine kontinentalen Widersacher in Schach hielt. Dank der übermächtigen Royal Navy gelang es England, das Britische Weltreich auf gewaltige Dimensionen auszudehnen, und zur dominierenden Weltmacht des 19. Jahrhunderts zu werden.

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Frankreich
Nach den Napoléonischen Kriegen war Frankreich verwüstet. Zuerst die Revolution, die die alte Ordnung zerschlagen hatte, dann die Schrecken der Revolutionsdiktatur, und schließlich die Machtergreifung Napoléon Bonapartes, der in den folgenden Jahren Frankreich von Krieg zu Krieg führen sollte, bis es halb Europa beherrschte, und die andere Hälfte zum Feind hatte. Nach der endgültigen Niederlage war Frankreich als besiegtes und besetztes Land darum bemüht, seine völkerrechtliche Gleichstellung mit anderen Nationen wiederzuerlangen. Zwar gab es nach den Kriegen eine Restauration, bei der die Bourbonen wieder als Herrscher eingesetzt wurden, doch zu viele der Ideale der Revolution hatten bereits Wurzeln geschlagen, als dass ein reaktionärer Staat hätte Bestand haben können.

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Deutschland
Ein starker Bund deutscher Nationen lag nicht im Interesse der Mächte, und so entstand auf dem Wiener Kongress der eher lose geordnete Deutsche Bund unter der Präsidialmacht Österreich. Deutschland blieb weiterhin ein Flickenteppich von Klein- und Kleinstnationen, mit Ausnahme von Preußen, und bildete so einen Puffer. Erst nationale Bestrebungen in den nächsten Jahrzehnten führten zur Revolution von 1848 und festigten den Gedanken an eine gesamtdeutsche Nation, der aber erst 1871 mit der Reichsgründung des Deutschen Reiches verwirklicht wurde.

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Italien
Ebenso wie Deutschland war auch Italien in weiten Teilen des 19. Jahrhunderts lediglich eine Idee in den Köpfen einzelner. Im Gegensatz dazu gab es eine ganze Reihe italienischer Staaten, die teilweise unter Einfluss anderer Nationen standen, und als Puffer fungierten.
Die Aufsplitterung verhinderte ein Erstarken Italiens, doch der nationale Gedanke führte schließlich zur Bewegung des Risorgimento (Wiedergeburt/Wiederbelebung), die 1861 zur Errichtung des Königreichs Italien führte.

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Spanien
In Spanien gingen die Jahrhunderte des Niedergangs weiter. Die überseeischen Kolonien wurden fast zur Gänze verloren, das Land in weiten Teilen jahrelang durch Napoléons Soldaten besetzt gewesen. Die Regierung war strikt konservativ, liberale Ideen wurden unterdrückt. Die Folgen der Spanischen Revolution konnten nur durch das Eingreifen französischer Truppen unterbunden werden.

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Das Osmanische Reich
Jahrhundertelang war das Osmanische Reich eine Weltmacht gewesen, die aus Sicht der Europäer bedrohlich am Rande des Kontinents saß. Doch schon im ausgehenden 18. Jahrhundert wurde deutlich, dass der Vielvölkerstaat unter zu vielen inneren und äußeren Problemen litt. Starke Statthalter in den Provinzen und Niederlagen in Kriegen gegen Russland schwächten das Osmanische Reich, das in Europa bald als „der kranke Mann vom Bosporus“ bekannt war. Dennoch übte der Orient noch immer eine nachhaltige Faszination aus, und Reiseberichte erfreuten sich großer Beliebtheit.

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Schweiz
Auf dem Wiener Kongress wurde die Schweizer Eidgenossenschaft mehr oder weniger innerhalb der heutigen Grenzen anerkannt, nachdem Napoléon vorher einen zentralistischen Staat, die Helvetische Republik, geschaffen hatte. Die einzelnen Kantone besaßen nun wieder eine weitgehende Selbstständigkeit.

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